Was ist der Stundenverrechnungssatz?
Wenn du als Handwerker ein Angebot schreibst, brauchst du eine solide Grundlage für deine Preise. Genau hier kommt der Stundenverrechnungssatz (kurz: SVS) ins Spiel. Er ist die zentrale Kennzahl deiner Kalkulation — und trotzdem rechnen viele Betriebe ihn nie sauber durch.
Der Stundenverrechnungssatz ist der Betrag, den du pro Arbeitsstunde in Rechnung stellen musst, damit dein Betrieb alle Kosten deckt und einen Gewinn erwirtschaftet. Er ist also deutlich mehr als dein Stundenlohn.
Stundenverrechnungssatz vs. Stundenlohn — der entscheidende Unterschied
Viele Handwerker verwechseln ihren Stundenlohn mit dem Stundenverrechnungssatz. Das ist ein teurer Fehler:
- Stundenlohn (Brutto): Das, was der Mitarbeiter als Bruttolohn bekommt. Bei einem Malergesellen z. B. 18-22 EUR/Std.
- Stundenverrechnungssatz: Der Betrag, den du dem Kunden berechnest. Er enthält den Bruttolohn, Lohnnebenkosten, Gemeinkosten und Gewinn. Für denselben Gesellen liegt der SVS typischerweise bei 48-55 EUR/Std.
Wenn du deinem Kunden nur den Bruttolohn plus ein bisschen drauf berechnest, arbeitest du mit Verlust — auch wenn es sich auf dem Papier nach Gewinn anfühlt. Denn die ganzen versteckten Kosten (Sozialversicherung, Fahrzeuge, Werkzeug, Büro, Versicherungen) müssen irgendwo herkommen.
Den Stundenverrechnungssatz berechnen — das sollte jeder Handwerksmeister einmal gründlich machen und dann regelmäßig aktualisieren. Wie das geht, zeige ich dir jetzt Schritt für Schritt.
Die Formel: So setzt sich der SVS zusammen
Die Grundformel für den Stundenverrechnungssatz ist einfacher, als viele denken:
SVS = (Personalkosten + Gemeinkosten + Gewinn) / Produktive Stunden
Das war's. Vier Bestandteile, die du einzeln ermittelst und dann zusammenrechnest. Lass uns jeden davon anschauen:
- Personalkosten: Alles, was ein Mitarbeiter dich wirklich kostet — Bruttolohn plus Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft, Urlaubsgeld, 13. Monatsgehalt und weitere Extras.
- Gemeinkosten: Alle Betriebskosten, die nicht direkt einer Baustelle zugeordnet werden können — Miete, Fahrzeuge, Werkzeug, Versicherungen, Büro, Steuerberater, Software.
- Gewinn: Dein Unternehmerlohn und die Rücklage für Investitionen, Durststrecken und Wachstum.
- Produktive Stunden: Die Stunden, die dein Mitarbeiter tatsächlich auf Baustellen verbringt und die du abrechnen kannst. Nicht verwechseln mit Anwesenheitsstunden.
Jetzt gehen wir jeden Schritt einzeln durch — mit konkreten Zahlen.
Schritt 1: Produktive Stunden berechnen
Das ist der Punkt, an dem viele Betriebe sich verschätzen. Du denkst vielleicht: "Mein Geselle arbeitet 40 Stunden die Woche, mal 52 Wochen, das sind 2.080 Stunden." Falsch. So viele produktive Stunden hat niemand.
Rechnen wir es sauber durch:
| Posten | Tage |
|---|---|
| Kalendertage | 365 |
| abzgl. Samstage und Sonntage | -104 |
| abzgl. Feiertage (Durchschnitt DE) | -11 |
| = Arbeitstage brutto | 250 |
| abzgl. Urlaub | -30 |
| abzgl. Krankheit (Durchschnitt Bau) | -12 |
| abzgl. Weiterbildung | -3 |
| abzgl. sonstige Ausfälle (Schlechtwetter, Leerlauf) | -5 |
| = Produktive Arbeitstage | 200 |
Bei 8 Stunden pro Tag ergibt das 1.600 produktive Stunden pro Jahr. Manche Betriebe rechnen konservativer mit 1.400, andere optimistischer mit 1.700. Für unsere Berechnung nehmen wir 1.600 Stunden — das ist ein realistischer Mittelwert für einen gut ausgelasteten Handwerksbetrieb.
Wichtig: Fahrtzeiten zur Baustelle, Materialbestellungen, Aufräumen, Vor- und Nachbereitung — das sind zwar Arbeitsstunden, aber keine produktiven Stunden, die du dem Kunden direkt in Rechnung stellst (es sei denn, du rechnest Fahrtkosten separat ab). Sei hier ehrlich zu dir selbst. Lieber konservativ rechnen als am Ende draufzahlen.
Schritt 2: Personalkosten ermitteln
Der Bruttolohn deines Mitarbeiters ist nur die Spitze des Eisbergs. Als Arbeitgeber zahlst du eine ganze Reihe von Zusatzkosten, die deine tatsächlichen Personalkosten deutlich erhöhen.
Was alles zu den Personalkosten gehört
Nehmen wir einen Malergesellen mit 20 EUR/Std Bruttolohn als Beispiel (bei 40 Std/Woche und 52 Wochen):
| Posten | Betrag/Jahr |
|---|---|
| Bruttolohn (20 EUR x 2.080 Std) | 41.600 EUR |
| AG-Anteil Sozialversicherung (~20%) | 8.320 EUR |
| Berufsgenossenschaft (~3-6% je nach Gewerk) | 1.660 EUR |
| Urlaubsgeld (tariflich) | 1.500 EUR |
| 13. Monatsgehalt / Weihnachtsgeld | 2.000 EUR |
| Vermögenswirksame Leistungen | 480 EUR |
| Sonstige (Arbeitskleidung, Fortbildung) | 1.000 EUR |
| Personalkosten gesamt | 56.560 EUR |
Das ergibt einen Faktor von ca. 1,36 auf den reinen Bruttolohn. In der Praxis rechnet man je nach Tarifgebiet und Sozialleistungen mit einem Faktor zwischen 1,7 und 1,8 auf den Bruttolohn — wenn du die bezahlten Ausfalltage (Urlaub, Krankheit, Feiertage) mit einrechnest, die in der obigen Tabelle bereits bei den produktiven Stunden abgezogen wurden.
Die Faustformel
Für eine schnelle Überschlagsrechnung gilt:
Personalkosten pro produktive Stunde = Bruttolohn x 1,7 bis 1,8
Bei unserem Gesellen mit 20 EUR Bruttolohn wären das also 34-36 EUR Personalkosten pro produktive Stunde. Oder anders gerechnet: 56.560 EUR Jahreskosten / 1.600 produktive Stunden = 35,35 EUR pro Stunde.
Für einen Meister mit 28 EUR Bruttolohn liegen die Personalkosten entsprechend höher — bei etwa 47-50 EUR pro produktive Stunde.
Schritt 3: Gemeinkosten zuschlagen
Neben den Personalkosten fallen in jedem Handwerksbetrieb Kosten an, die nicht direkt einem Mitarbeiter oder einer Baustelle zugeordnet werden können. Diese Gemeinkosten müssen auf die produktiven Stunden umgelegt werden.
Typische Gemeinkosten im Handwerksbetrieb
| Kostenart | Typischer Bereich/Jahr (Kleinbetrieb) |
|---|---|
| Werkstatt-/Lagermiete | 6.000-12.000 EUR |
| Fahrzeuge (Leasing, Versicherung, Sprit, Wartung) | 8.000-15.000 EUR |
| Werkzeug und Maschinen (Abschreibung, Ersatz) | 2.000-5.000 EUR |
| Betriebshaftpflicht, Rechtsschutz | 2.000-4.000 EUR |
| Büro (Telefon, Internet, Software, Büromaterial) | 2.000-4.000 EUR |
| Steuerberater und Buchführung | 3.000-6.000 EUR |
| Werbung und Marketing | 1.000-3.000 EUR |
| Sonstige (Kammer, Verband, Fortbildung) | 1.000-2.000 EUR |
| Summe Gemeinkosten | 25.000-51.000 EUR |
Gemeinkostenzuschlag berechnen
Den Gemeinkostenzuschlag berechnest du als Prozentsatz der gesamten Personalkosten:
Gemeinkostenzuschlag = Gemeinkosten / Personalkosten x 100
Für einen kleinen Malerbetrieb mit 2 Gesellen und einem Meister:
- Personalkosten gesamt: ca. 160.000 EUR/Jahr (2 Gesellen + Meister)
- Gemeinkosten: ca. 35.000 EUR/Jahr
- Gemeinkostenzuschlag: 35.000 / 160.000 = ca. 22%
Je nach Betriebsgröße und Ausstattung liegt der Gemeinkostenzuschlag typischerweise bei 20-40% der Personalkosten. Ein Einmannbetrieb mit wenig Overhead liegt eher bei 20%, ein größerer Betrieb mit eigener Werkstatt, Büro und mehreren Fahrzeugen eher bei 35-40%.
Schritt 4: Gewinnzuschlag einrechnen
Hier kommen wir zum Punkt, den viele Handwerker stiefmütterlich behandeln — oder ganz weglassen. Das ist ein Fehler.
Gewinn ist kein Luxus. Gewinn ist Überlebenssicherung.
Ohne Gewinnzuschlag in deiner Kalkulation passiert Folgendes:
- Du kannst keine Rücklagen bilden (Maschinenausfall, Konjunkturflaute)
- Du kannst nicht investieren (neues Fahrzeug, besseres Werkzeug, Digitalisierung)
- Du kannst dir selbst keinen angemessenen Unternehmerlohn zahlen
- Dein Betrieb verliert an Wert und ist nicht verkaufsfähig
Wie hoch sollte der Gewinnzuschlag sein?
Der Gewinnzuschlag wird auf die Selbstkosten (Personalkosten + Gemeinkosten) aufgeschlagen:
| Gewinnzuschlag | Typische Situation |
|---|---|
| 5% | Minimum — gerade so überlebensfähig |
| 8-10% | Solider Mittelwert für etablierte Betriebe |
| 12-15% | Gut kalkuliert, ermöglicht Wachstum |
| 15%+ | Spezialleistungen, Nischenanbieter, hohe Nachfrage |
Für unsere Berechnung nehmen wir 10% — ein realistischer Wert für einen gut geführten Handwerksbetrieb.
Tipp: Wenn du als Einzelunternehmer oder Inhaber eines kleinen Betriebs arbeitest, vergiss nicht deinen Unternehmerlohn in die Kalkulation einzubeziehen. Der gehört entweder in die Personalkosten (wenn du dich wie einen Mitarbeiter einrechnest) oder in den Gewinnzuschlag. Hauptsache, er taucht irgendwo auf. Viele Handwerksmeister zahlen sich selbst zu wenig oder gar nichts — und wundern sich, warum am Jahresende kein Geld da ist.
Rechenbeispiel: Malerbetrieb mit 2 Gesellen
Jetzt rechnen wir das komplett durch. Unser Beispielbetrieb:
- 1 Malermeister (arbeitet 50% produktiv, 50% Akquise/Organisation/Büro)
- 2 Malergesellen (jeweils 100% produktiv)
- Standort: Nordrhein-Westfalen
Grunddaten
| Posten | Meister | Geselle |
|---|---|---|
| Bruttolohn/Std | 28,00 EUR | 20,00 EUR |
| Produktive Stunden/Jahr | 800 Std | 1.600 Std |
| Bruttolohn/Jahr | 58.240 EUR* | 41.600 EUR |
| Personalkosten (Faktor 1,36) | 79.200 EUR | 56.560 EUR |
*Der Meister bekommt sein volles Gehalt (2.080 Std), arbeitet aber nur 800 Std produktiv auf Baustellen.
Schritt-für-Schritt-Berechnung
1. Gesamte Personalkosten:
| Mitarbeiter | Personalkosten/Jahr |
|---|---|
| Meister | 79.200 EUR |
| Geselle 1 | 56.560 EUR |
| Geselle 2 | 56.560 EUR |
| Gesamt | 192.320 EUR |
2. Gemeinkosten (25% Zuschlag):
| Kostenart | Betrag/Jahr |
|---|---|
| Werkstatt/Lager | 7.200 EUR |
| 2 Fahrzeuge | 12.000 EUR |
| Werkzeug und Material | 3.500 EUR |
| Versicherungen | 3.000 EUR |
| Büro und Software | 3.000 EUR |
| Steuerberater | 4.500 EUR |
| Marketing | 2.000 EUR |
| Kammer, Verband, Sonstiges | 1.800 EUR |
| Gemeinkosten gesamt | 37.000 EUR |
Gemeinkostenzuschlag: 37.000 / 192.320 = 19,2% (wir runden auf 20%)
3. Selbstkosten:
192.320 + 37.000 = 229.320 EUR
4. Gewinnzuschlag (10%):
229.320 x 0,10 = 22.932 EUR
5. Gesamtkosten inkl. Gewinn:
229.320 + 22.932 = 252.252 EUR
6. Gesamte produktive Stunden:
800 (Meister) + 1.600 (Geselle 1) + 1.600 (Geselle 2) = 4.000 Std
7. Durchschnittlicher SVS:
252.252 / 4.000 = 63,06 EUR/Std
SVS differenziert nach Qualifikation
In der Praxis solltest du den SVS nach Qualifikation differenzieren, weil der Meister höhere Personalkosten hat und seltener produktiv auf der Baustelle ist:
| Qualifikation | SVS (netto) |
|---|---|
| Meister | 62-68 EUR/Std |
| Geselle | 48-55 EUR/Std |
| Helfer/Azubi | 35-42 EUR/Std |
Diese Werte sind Netto-Stundenverrechnungssätze — die Mehrwertsteuer (19%) kommt noch obendrauf. Dem Kunden stellst du also als Endpreis für eine Gesellenstunde ca. 57-65 EUR brutto in Rechnung.
Wenn du regelmäßig Angebote als Maler schreibst, solltest du diese Werte als feste Grundlage für deine Kalkulation verwenden, statt jedes Mal aus dem Bauch heraus zu schätzen.
Typische Stundenverrechnungssätze nach Gewerk (2026)
Die folgenden Werte sind Richtwerte und variieren je nach Region, Betriebsgröße und Auslastung. Großstädte und Süddeutschland liegen tendenziell höher, ländliche Regionen und Ostdeutschland etwas niedriger.
| Gewerk | SVS Geselle (netto) | SVS Meister (netto) |
|---|---|---|
| Maler und Lackierer | 48-55 EUR/Std | 60-70 EUR/Std |
| Elektriker | 55-65 EUR/Std | 68-80 EUR/Std |
| SHK (Sanitär, Heizung, Klima) | 58-68 EUR/Std | 70-85 EUR/Std |
| Tischler/Schreiner | 52-60 EUR/Std | 65-75 EUR/Std |
| Trockenbau | 48-55 EUR/Std | 58-68 EUR/Std |
| Dachdecker | 55-65 EUR/Std | 68-80 EUR/Std |
| Fliesenleger | 50-58 EUR/Std | 62-72 EUR/Std |
| Zimmerer | 55-62 EUR/Std | 68-78 EUR/Std |
Warum die großen Unterschiede zwischen den Gewerken?
SHK-Betriebe und Elektriker haben tendenziell höhere SVS-Werte, weil:
- Die Ausbildung länger und spezialisierter ist
- Teureres Spezialwerkzeug benötigt wird
- Höhere Haftungsrisiken bestehen (Gas, Wasser, Strom)
- Die Nachfrage aktuell extrem hoch ist (Wärmepumpen, PV-Anlagen, Sanierungspflicht)
Maler und Trockenbauer liegen am unteren Ende, haben dafür aber häufig höhere Quadratmeterleistungen und können über das Volumen ausgleichen. Wenn du wissen willst, welche Preise pro Quadratmeter für Malerarbeiten 2026 üblich sind, schau dir unseren separaten Artikel dazu an.
Häufige Fehler bei der Kalkulation
Nachdem ich mit Dutzenden Handwerksbetrieben gesprochen habe, sehe ich immer wieder dieselben Kalkulationsfehler. Hier die Top 7:
1. Den eigenen Unternehmerlohn vergessen
Als Meister oder Inhaber arbeitest du oft selbst auf der Baustelle. Wenn du dich nicht als Personalkosten einrechnest, verschenkst du deine Arbeit. Du bist kein Ehrenamtlicher — rechne dich als teuerste Arbeitskraft im Betrieb ein.
2. Zu wenig produktive Stunden ansetzen
2.080 Stunden (52 Wochen x 40 Std) sind Theorie. Nach Abzug von Urlaub, Krankheit, Feiertagen, Leerlauf und nicht abrechenbarer Zeit bleiben 1.400-1.600 Stunden. Wer mit 2.000 Stunden rechnet, kalkuliert sich arm.
3. Keinen oder zu wenig Gewinn einrechnen
"Ich will ja nur meine Kosten decken" — das hört man oft. Aber ohne Gewinn gibt es keine Rücklagen, keine Investitionen und keinen Puffer für schlechte Zeiten. Mindestens 8-10% Gewinnzuschlag gehören in jede Kalkulation.
4. Fahrzeugkosten unterschätzen
Ein Transporter kostet dich nicht nur Leasingrate und Sprit. Rechne auch Versicherung, Steuer, Wartung, Verschleiß und Abschreibung ein. Pro Fahrzeug kommen schnell 6.000-8.000 EUR/Jahr zusammen.
5. Materialzuschlag vergessen
Wenn du Material einkaufst und an den Kunden weiterberechnest, solltest du einen Materialzuschlag von 10-15% für Handling, Lagerung und Schwund einrechnen. Einkaufspreis gleich Verkaufspreis ist ein Draufzahlgeschäft.
6. Nicht regelmäßig aktualisieren
Die Kosten steigen — Löhne, Benzin, Versicherungen, Material. Wer seinen SVS seit drei Jahren nicht angepasst hat, arbeitet garantiert unter Wert. Mindestens einmal im Jahr neu berechnen.
7. Sich am billigsten Wettbewerber orientieren
"Mein Konkurrent nimmt nur 38 EUR die Stunde" — ja, und der ist vielleicht nächstes Jahr insolvent. Kalkuliere deine eigenen Kosten, nicht die Fantasiezahlen anderer. Ein sauber kalkulierter Preis ist nicht "zu teuer", sondern ehrlich.
SVS in deine Angebote übernehmen
Jetzt hast du deinen Stundenverrechnungssatz berechnet. Aber wie kommt er in deine Angebote?
Bei vielen Positionen in einem Angebot als Handwerker rechnest du nicht direkt nach Stunden ab, sondern nach Quadratmetern, Stück oder pauschal. Trotzdem ist der SVS die Grundlage: Wenn du weißt, dass dein Geselle für 1 qm Wandfläche streichen ca. 15 Minuten braucht und dein SVS bei 50 EUR/Std liegt, dann kostet dich der Quadratmeter in der Arbeit 12,50 EUR — plus Material.
So baust du dir über die Zeit Erfahrungswerte pro Leistung auf. Zum Beispiel weißt du dann, dass eine Leistungsbeschreibung für Malerarbeiten wie "Wandflächen 2x streichen mit Dispersionsfarbe" dich pro Quadratmeter 14-18 EUR kostet (Arbeit + Material).
Stundensätze einmal hinterlegen, immer wieder nutzen
In Angebotsmeister hinterlegst du deine Stundenverrechnungssätze einmal in deinem Profil — getrennt nach Meister, Geselle und Helfer. Wenn du dann per Spracheingabe ein neues Angebot erstellst, kalkuliert die KI automatisch mit deinen hinterlegten Sätzen. Du sprichst einfach die Arbeiten und Mengen ein, und die einzelnen Positionen werden mit realistischen Einheitspreisen auf Basis deiner SVS-Werte vorgeschlagen. Keine Taschenrechner-Akrobatik mehr auf der Baustelle.
FAQ: Häufige Fragen zum Stundenverrechnungssatz
Was ist ein guter Stundenverrechnungssatz?
Ein "guter" SVS ist einer, der alle deine Kosten deckt und dir einen angemessenen Gewinn lässt. Für Malergesellen liegt der SVS 2026 typischerweise bei 48-55 EUR/Std (netto), für Meister bei 60-70 EUR/Std. Wenn dein SVS deutlich darunter liegt, solltest du deine Kalkulation prüfen. Wenn er darüber liegt und du trotzdem genug Aufträge bekommst — hervorragend, dann stimmt die Qualität.
Was ist der Unterschied zwischen Stundenlohn und Stundenverrechnungssatz?
Der Stundenlohn ist das, was der Mitarbeiter brutto verdient (z. B. 20 EUR/Std). Der Stundenverrechnungssatz ist das, was du dem Kunden berechnest (z. B. 52 EUR/Std). Die Differenz deckt Lohnnebenkosten, Gemeinkosten und Gewinn. Der SVS ist typischerweise 2,5- bis 3-mal so hoch wie der Bruttostundenlohn.
Wie oft sollte ich den SVS neu berechnen?
Mindestens einmal im Jahr, idealerweise zum Jahreswechsel, wenn du die tatsächlichen Zahlen des Vorjahres hast. Außerdem bei jeder größeren Veränderung: Tariferhöhung, neuer Mitarbeiter, neues Fahrzeug, Mieterhöhung. Eine kleine Änderung bei den Grundkosten kann den SVS schnell um 2-3 EUR pro Stunde verschieben — das läppert sich über ein ganzes Jahr.
Was mache ich, wenn der Kunde sagt, ich bin zu teuer?
Erstens: Nicht sofort den Preis senken. Erkläre dem Kunden, was in deinem Preis steckt — Facharbeit, Qualitätsmaterial, Versicherung, Gewährleistung. Zweitens: Prüfe, ob du effizient arbeitest und nicht bei den Mengen oder Zeiten übertrieben hast. Drittens: Biete Alternativen an (z. B. nur 1x streichen statt 2x, günstigere Materialvariante). Aber geh nie unter deine Selbstkosten. Ein Auftrag mit Verlust ist schlimmer als kein Auftrag.
Gibt es offizielle Richtwerte von der Handwerkskammer?
Die Handwerkskammern und Fachverbände (z. B. der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz für Maler) veröffentlichen regelmäßig Kalkulationshilfen und Richtwerte. Diese sind eine gute Orientierung, aber kein Ersatz für deine eigene Berechnung. Denn deine tatsächlichen Kosten hängen von deinem Standort, deiner Betriebsgröße, deiner Auslastung und deinem Geschäftsmodell ab. Ruf bei deiner HWK an oder schau auf der Website — die meisten bieten kostenlose Beratung zur Kalkulation an. Nutze das.
Du willst deinen frisch berechneten Stundenverrechnungssatz direkt in professionellen Angeboten einsetzen? Mit Angebotsmeister erstellst du per Spracheingabe in unter 2 Minuten ein vollständiges Angebot — inklusive korrekter Kalkulation auf Basis deiner hinterlegten Stundensätze. Jetzt kostenlos testen.
Weiterführend: Malerarbeiten Preise 2026 — so setzt du deinen SVS in marktfähige qm-Preise um. Angebot schreiben als Maler — professionelle Angebote mit korrekter Kalkulation. Trockenbau kalkulieren — Preise und Positionen für den Innenausbau.
