Angebotsmeister

Handwerk-Glossar

Alle wichtigen Begriffe rund um Angebote, Kalkulation und Handwerk — verständlich erklärt. Von Aufmaß bis Zuschlagskalkulation.

A

Angebot (Kostenvoranschlag)

Ein Angebot (auch Kostenvoranschlag) ist ein verbindliches oder unverbindliches Dokument, in dem ein Handwerksbetrieb dem Kunden die geplanten Leistungen, Mengen, Einheiten und Preise für einen Auftrag auflistet. Ein professionelles Angebot enthält Positionstabelle, Netto-/Bruttobetrag, MwSt-Ausweis, Gültigkeitsdauer und Zahlungsbedingungen.

Aufmaß

Das Aufmaß ist die Vermessung und Dokumentation der tatsächlich ausgeführten oder geplanten Flächen, Längen und Stückzahlen auf der Baustelle. Es dient als Grundlage für die Mengenermittlung im Angebot. Typische Einheiten sind Quadratmeter (qm), laufende Meter (lfm) und Stück. Das Aufmaß wird nach VOB/B oder freier Vereinbarung erstellt.

B

Bedarfsposition (Eventualposition)

Eine Bedarfsposition ist eine optionale Leistungsposition im Angebot, die nur bei Bedarf beauftragt wird. Sie wird gesondert gekennzeichnet und nicht in die Angebotssumme eingerechnet. Typisches Beispiel: 'Tapete entfernen, falls erforderlich'. Bedarfspositionen geben dem Kunden Transparenz über mögliche Zusatzkosten.

D

DIN 5008

Die DIN 5008 ist die deutsche Norm für Geschäftsbriefe und regelt das Layout von Anschreiben, Angeboten und Rechnungen. Sie definiert unter anderem die Position des Adressfelds (für Fensterumschläge), Seitenränder, Schriftgrößen und den Aufbau von Positionstabellen. Professionelle Angebotssoftware erzeugt PDFs nach DIN 5008.

E

Einheitspreis (EP)

Der Einheitspreis ist der Preis pro Mengeneinheit einer Leistungsposition (z. B. €12,50 pro qm). Multipliziert mit der Menge ergibt sich der Gesamtpreis (GP) der Position. Einheitspreise sind die Grundlage jeder Angebotskalkulation im Handwerk.

G

Gesamtpreis (GP)

Der Gesamtpreis einer Position ergibt sich aus Menge × Einheitspreis. Die Summe aller Gesamtpreise ergibt den Nettobetrag des Angebots. Nach Aufschlag der Mehrwertsteuer erhält man den Bruttobetrag.

Gewerk

Ein Gewerk bezeichnet einen spezialisierten Handwerkszweig mit eigenem Fachwissen und eigenen Leistungspositionen. Beispiele: Maler und Lackierer, SHK (Sanitär, Heizung, Klima), Elektro, Tischler, Trockenbau, Dachdecker, Fliesenleger, Bodenleger. Jedes Gewerk hat spezifische Fachbegriffe, Materialien und Abrechnungseinheiten.

GoBD

Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) sind steuerrechtliche Vorgaben für die digitale Buchführung in Deutschland. GoBD-konforme Angebote und Rechnungen müssen revisionssicher, nachvollziehbar und unveränderbar archiviert werden.

L

Leistungsbeschreibung

Die Leistungsbeschreibung ist der Textbaustein einer Angebotsposition, der die auszuführende Arbeit präzise beschreibt. Eine professionelle Leistungsbeschreibung verwendet gewerk-spezifische Fachsprache und benennt Materialien, Qualitäten und Ausführungsdetails. Beispiel: 'Wandflächen 2x mit Dispersionsfarbe RAL 9010 (reinweiß) streichen, inkl. Abkleben angrenzender Flächen'.

Leistungsverzeichnis (LV)

Ein Leistungsverzeichnis ist eine strukturierte Aufstellung aller Einzelleistungen eines Bauprojekts. Es dient als Grundlage für Ausschreibungen und Angebote, besonders bei öffentlichen Aufträgen. Jede Position enthält Ordnungszahl, Leistungsbeschreibung, Menge, Einheit und Preis. Im Handwerk wird das LV häufig nach VOB oder GAEB-Standard erstellt.

M

Mengenermittlung

Die Mengenermittlung berechnet die Massen und Flächen, die für ein Angebot benötigt werden — basierend auf dem Aufmaß. Dazu gehören Wandflächen (abzüglich Fenster und Türen), Deckenflächen, laufende Meter für Leisten und Stückzahlen für Einzelpositionen. KI-gestützte Tools wie Angebotsmeister schätzen Mengen automatisch aus einer Sprachaufnahme.

Mehrwertsteuer (MwSt) / Umsatzsteuer (USt)

Die Mehrwertsteuer (auch Umsatzsteuer) beträgt in Deutschland regulär 19 % und ermäßigt 7 %. Handwerkerleistungen unterliegen dem Regelsteuersatz von 19 %. Der MwSt-Betrag wird im Angebot separat ausgewiesen. Die Steuernummer oder USt-IdNr. des Betriebs muss auf dem Angebot angegeben sein.

N

Nachlass / Skonto

Ein Nachlass ist ein prozentualer Preisnachlass auf den Angebotsbetrag, z. B. bei Stammkunden. Skonto ist ein Nachlass für frühzeitige Zahlung (typisch: '2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen'). Beide werden in den Zahlungsbedingungen des Angebots festgelegt.

Nachtrag (Nachtragsangebot)

Ein Nachtrag ist ein zusätzliches Angebot für Leistungen, die im ursprünglichen Angebot nicht enthalten waren und sich während der Ausführung als notwendig herausstellen. Beispiel: Zusätzliche Spachtelarbeiten nach Tapetenabriss. Nachträge sollten vor Ausführung schriftlich angeboten und vom Kunden bestätigt werden.

P

Pauschalpreis

Ein Pauschalpreis ist ein Festpreis für eine definierte Gesamtleistung, unabhängig vom tatsächlichen Aufwand. Im Angebot wird die Einheit 'pauschal' (psch.) verwendet. Pauschalpreise eignen sich für klar abgrenzbare Leistungen wie Baustelleneinrichtung oder Endreinigung.

R

RAL-Farben

Das RAL-Farbsystem ist ein standardisiertes Farbsystem, das in Angeboten und Leistungsbeschreibungen zur eindeutigen Farbangabe verwendet wird. Im Malerhandwerk besonders häufig: RAL 9010 (Reinweiß), RAL 9016 (Verkehrsweiß), RAL 9001 (Cremeweiß). Die RAL-Nummer gewährleistet, dass Auftraggeber und Handwerker die gleiche Farbe meinen.

S

Stundenverrechnungssatz

Der Stundenverrechnungssatz ist der Stundensatz, den ein Handwerksbetrieb dem Kunden berechnet. Er umfasst Lohnkosten, Lohnnebenkosten, Gemeinkosten und Gewinnaufschlag. Typische Verrechnungssätze: Meister €65–85/Std., Geselle €45–65/Std., Helfer €35–45/Std. Der Satz variiert je nach Region und Gewerk.

V

VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen)

Die VOB regelt die Vergabe und Abwicklung von Bauleistungen in Deutschland. Teil A betrifft die Vergabe (Ausschreibung), Teil B die Vertragsbedingungen und Teil C die technischen Vertragsbedingungen (ATV). Im Handwerk ist besonders VOB/B relevant, da sie Regelungen zu Aufmaß, Abrechnung, Mängelansprüchen und Fristen enthält.

Z

Zahlungsbedingungen

Die Zahlungsbedingungen im Angebot legen fest, wann und wie der Kunde die Rechnung begleichen soll. Übliche Formulierungen: 'Zahlbar innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsstellung ohne Abzug' oder 'Bei Aufträgen über €5.000: 30 % Anzahlung bei Auftragserteilung, Rest nach Fertigstellung'. Bei VOB-Verträgen gelten spezielle Regelungen.

Zuschlagskalkulation

Die Zuschlagskalkulation ist das im Handwerk verbreitete Verfahren zur Preisermittlung. Auf die Einzelkosten (Material + Lohn) werden prozentuale Zuschläge für Gemeinkosten (z. B. Miete, Versicherung, Fahrzeuge) und Gewinn addiert. Das Ergebnis ist der Angebotspreis. Typische Zuschlagssätze: 10–20 % Gemeinkosten, 5–15 % Gewinn.

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