Stundenverrechnungssatz berechnen
Was muss deine Stunde kosten, damit am Jahresende Geld übrig ist? Trag deine Löhne, produktiven Stunden, Gemeinkosten und deinen Gewinnzuschlag ein. Der Rechner ist mit einem Beispielbetrieb vorbelegt, du korrigierst nur, was bei dir anders ist.
Kurz gesagt: Der Stundenverrechnungssatz ist der Nettobetrag, den du dem Kunden pro Arbeitsstunde berechnest: (Personalkosten + Gemeinkosten + Gewinn) ÷ produktive Stunden. Er liegt meist beim 2,5- bis 3-Fachen des Bruttostundenlohns. Für eine Gesellenstunde sind 2026 je nach Gewerk 48–68 € netto verbreitet (Maler 48–55 €, Elektro 55–65 €, SHK 58–68 €), der Beispielbetrieb unten kommt auf rund 63 €.
Stundenverrechnungssatz
63,07 €/Std
netto, ohne MwSt. · noch mit dem Beispiel aus unserem Leitfaden
- Personalkosten
- 192.358 €
- Gemeinkosten
- 37.000 €
- = Selbstkosten
- 229.358 €
- + Gewinn
- 22.936 €
- = muss reinkommen
- 252.294 €
- ÷ produktive Stunden
- 4.000 Std
Dein Gemeinkostenzuschlag liegt bei 19,23 % der Personalkosten. Üblich sind 20–40 %: ein Einmannbetrieb mit wenig Overhead eher 20 %, ein Betrieb mit Werkstatt, Büro und mehreren Fahrzeugen eher 35–40 %.
Du kannst den Satz gleich übernehmen: im Angebotsmeister hinterlegst du ihn einmal, und jedes Angebot rechnet danach damit, statt dass du pro Position schätzt.
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Die Formel
SVS = (Personalkosten + Gemeinkosten + Gewinn) ÷ produktive Stunden
Vier Bestandteile, die du einzeln ermittelst. Drei davon kennst du aus deiner Buchhaltung. Der vierte ist der, an dem sich die meisten Betriebe verschätzen.
Produktive Stunden sind nicht Anwesenheitsstunden
40 Stunden mal 52 Wochen sind 2.080 Stunden. So viele produktive Stunden hat niemand. Sauber gerechnet:
| Kalendertage | 365 |
| abzgl. Samstage und Sonntage | −104 |
| abzgl. Feiertage (Durchschnitt DE) | −11 |
| abzgl. Urlaub | −30 |
| abzgl. Krankheit (Durchschnitt Bau) | −12 |
| abzgl. Weiterbildung | −3 |
| abzgl. Schlechtwetter, Leerlauf | −5 |
| = produktive Arbeitstage | 200 |
Bei 8 Stunden pro Tag sind das 1.600 produktive Stunden im Jahr. Fahrzeiten, Materialbestellungen, Aufräumen und Vorbereitung sind Arbeitszeit — abrechenbar sind sie nicht, solange du sie nicht separat stellst. Sei hier ehrlich: lieber konservativ rechnen als am Jahresende draufzahlen.
Rechenbeispiel: Malerbetrieb mit zwei Gesellen
Ein Meister (28 €/Std brutto, zur Hälfte im Büro, also 800 produktive Stunden) und zwei Gesellen (20 €/Std, je 1.600 Stunden), 37.000 € Gemeinkosten, 10 % Gewinn. Das sind die Werte, mit denen der Rechner oben vorbelegt ist:
- Personalkosten: rund 192.300 €
- + Gemeinkosten 37.000 € = Selbstkosten rund 229.300 €
- + 10 % Gewinn = rund 252.300 € Jahresumsatz nötig
- ÷ 4.000 produktive Stunden
- = rund 63 € pro Stunde, netto
Warum der Rechner einen Wert ausgibt und nicht drei
Verbreitete Tabellen nennen Sätze je Qualifikation — Meister 62–68 €, Geselle 48–55 €, Helfer 35–42 €. Das sind Marktspannen aus Umfragen, keine Ableitung aus einer Betriebsrechnung. Rechnet man sie aus dem Modell oben, landet ein Meister, der halbe Tage im Büro sitzt, bei über 120 €/Std: sein volles Gehalt verteilt sich auf 800 statt 1.600 Stunden. Das ist kein Rechenfehler, sondern der Grund, warum er nicht jede Stunde selbst auf der Baustelle stehen sollte.
Der Rechner gibt deshalb den Durchschnitt aus, den deine Zahlen hergeben — den Satz, der über alle abgerechneten Stunden hinweg reinkommen muss. Eine erfundene Aufteilung wäre eine zweite Zahl, die der ersten widerspricht und genauso plausibel aussieht.
Die häufigsten Fehler
- Den eigenen Unternehmerlohn vergessen. Er gehört in die Personalkosten oder in den Gewinn. Irgendwo muss er auftauchen.
- Zu viele produktive Stunden ansetzen. Mit 2.080 statt 1.600 rechnest du dich um ein Viertel zu billig.
- Fahrzeugkosten unterschätzen. Leasing, Versicherung, Sprit und Wartung sind bei zwei Fahrzeugen schnell 12.000 € im Jahr.
- Sich am billigsten Wettbewerber orientieren. Du kennst seine Kostenstruktur nicht. Möglicherweise kennt er sie selbst nicht.
Häufige Fragen zum Stundenverrechnungssatz
Was ist ein Stundenverrechnungssatz?
Der Stundenverrechnungssatz ist der Nettobetrag, den ein Handwerksbetrieb dem Kunden pro Arbeitsstunde berechnet. Er deckt Personalkosten, Gemeinkosten und Gewinn: (Personalkosten + Gemeinkosten + Gewinn) ÷ produktive Stunden.
Wie hoch ist ein üblicher Stundenverrechnungssatz?
Für eine Gesellenstunde liegen die verbreiteten Richtwerte 2026 je nach Gewerk bei 48 bis 68 € netto: Maler und Trockenbau 48–55 €, Elektro 55–65 €, SHK 58–68 €. Meisterstunden liegen höher. Das sind Marktspannen, keine Ableitung aus deinem Betrieb: Was deine Stunde kosten muss, ergibt erst deine eigene Rechnung.
Was ist der Unterschied zwischen Stundenlohn und Stundenverrechnungssatz?
Der Stundenlohn ist, was dein Mitarbeiter brutto bekommt. Der Stundenverrechnungssatz ist, was du dem Kunden pro Stunde berechnen musst, damit Personalkosten, Gemeinkosten und Gewinn gedeckt sind. Zwischen beiden liegt typischerweise der Faktor 2,5 bis 3.
Wie viele produktive Stunden pro Jahr soll ich ansetzen?
Von 365 Kalendertagen bleiben nach Wochenenden, Feiertagen, 30 Tagen Urlaub, rund 12 Krankheitstagen, Weiterbildung und Ausfällen etwa 200 produktive Arbeitstage. Bei 8 Stunden ergibt das 1.600 produktive Stunden. Fahrzeiten, Materialbestellung und Aufräumen sind Arbeitszeit, aber keine abrechenbaren Stunden.
Wie hoch sollte der Gewinnzuschlag sein?
5 Prozent gelten als Minimum, 8 bis 10 Prozent als solider Mittelwert, 12 bis 15 Prozent als gut kalkuliert. Der Zuschlag kommt auf die Selbstkosten, also auf Personal- plus Gemeinkosten.
Warum unterscheidet sich mein Ergebnis von den Richtwerten je Gewerk?
Der Rechner gibt den Durchschnitt deines Betriebs aus, den deine Zahlen ergeben. Die verbreiteten Richtwerte je Qualifikation sind Marktspannen aus Umfragen, keine Ableitung aus einer Betriebsrechnung. Weicht dein Wert stark ab, liegt das meist an den produktiven Stunden oder an vergessenen Gemeinkosten, nicht am Rechenweg.
Die ausführliche Version mit allen Zwischenschritten, Tarifzahlen und Richtwerten je Gewerk steht in unserem Leitfaden: Stundenverrechnungssatz berechnen — Formel und Beispiel.
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