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Lieferanten-Preislisten ins Angebot: DATANORM, Excel und Co. – so geht's

Daniel Winter··8 Min. Lesezeit

Wo der Materialpreis im Angebot herkommt

Ein Bad, eine Unterverteilung, ein Fenstertausch: Im Angebot steht neben deiner Arbeitszeit fast immer Material. Und bei vielen kleinen Betrieben kommt der Preis dafür aus dem Gedächtnis, aus dem letzten Angebot oder aus einem schnellen Blick in den Onlineshop des Großhändlers, abends auf dem Sofa.

Das geht gut, bis es nicht mehr gut geht. Der Großhändler hat zum Jahreswechsel die Preise angehoben, der Kupferzuschlag ist gestiegen, oder der Preis im Onlineshop ist der Listenpreis, nicht dein Preis. Dann stimmt der Materialpreis im Angebot nicht, und die Differenz zahlst du.

Dieser Artikel erklärt, wie Handwerksbetriebe an die echten Einkaufspreise kommen: was eine Preisliste im DATANORM-Format ist, wo du sie bekommst, was in einer Excel-Liste stehen muss, und wie aus dem Einkaufspreis der Preis im Angebot wird.

Was ist DATANORM?

DATANORM ist ein Dateiformat, in dem Großhändler und Hersteller ihre Artikel und Preise an Handwerksbetriebe weitergeben. Statt eines Katalogs als PDF bekommst du Textdateien, die eine Software lesen kann: Artikelnummer, Kurztext, Einheit, Preis, Rabattgruppe, Warengruppe.

Verbreitet sind die Versionen 4 und 5. Eine Lieferung besteht meist aus mehreren Dateien:

DateiWas drinsteht
DATANORM.001 (bei großen Katalogen auch .002, .003 …)die Artikel: Nummer, Texte, Einheit, Preis, Rabattgruppe
DATPREIS.001Preisänderungen für Artikel, die du schon hast
DATANORM.RABdie Rabattgruppen mit deinen Rabatten
DATANORM.WRGdie Namen der Warengruppen

Diesen Preis ins Angebot übernehmen: in 30 Sekunden

Sprich deinen Auftrag ein. Angebotsmeister kennt die Marktpreise und erstellt das Angebot mit allen Positionen.

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Ein paar Begriffe, die dir in jeder Preisliste begegnen:

  • Listenpreis (auch Bruttopreis oder Katalogpreis): der allgemeine Preis des Großhändlers, vor deinem Rabatt.
  • Nettopreis (auch Einkaufspreis oder EK): dein Preis, nach deinem Rabatt.
  • Rabattgruppe: ein Kürzel am Artikel. Dein Rabatt hängt oft nicht am einzelnen Artikel, sondern an der Gruppe, zum Beispiel ein Satz für Installationsmaterial und ein anderer für Armaturen.
  • Preiseinheit: Der Preis gilt für 1, 10, 100 oder 1000 Stück. Schrauben, Dübel und Kabelbinder stehen oft „je 100“ in der Liste. Wer das übersieht, rechnet mit dem Hundertfachen.

Wo du die Preisliste bekommst

Die meisten Großhändler geben ihre Preisdateien an Kunden mit Kundennummer heraus. Typische Wege:

  1. Im Kundenportal oder Onlineshop des Großhändlers, oft unter „Downloads“, „Datanorm“, „Preisdateien“ oder „Artikelstamm“. Dort wählst du das Format (DATANORM 4 oder 5, manchmal auch Excel) und ob die Datei deine Konditionen enthalten soll.
  2. Per Mail von deinem Außendienst oder der Filiale. Ein Satz reicht: „Kannst du mir eure Preisliste als DATANORM oder Excel schicken, mit meinen Konditionen?“
  3. Vom Hersteller direkt, wenn du bei einem Hersteller viel kaufst. Manche stellen ihre Listenpreise öffentlich als DATANORM bereit, deine Rabatte stehen dann nicht drin.

Wichtig ist der Zusatz „mit meinen Konditionen“. Eine Liste mit reinen Listenpreisen nützt dir nur, wenn du deinen Rabatt kennst und selbst abziehst. Bei einer Liste mit Nettopreisen oder Rabattgruppen steht dein Einkaufspreis schon drin.

Lass dir die Liste nach jeder Preisrunde neu schicken, bei vielen Großhändlern ein- bis zweimal im Jahr. Für die Zeit dazwischen gibt es oft eine Preisänderungsdatei (DATPREIS), die nur die geänderten Preise enthält.

Und wenn es nur eine Excel-Liste gibt?

Kleinere Lieferanten, Holzhändler oder Fachhändler für Bodenbeläge und Stoffe schicken oft eine Excel-Tabelle oder eine CSV-Datei. Damit eine Software sie lesen kann, braucht die Tabelle:

  • eine Überschriftenzeile, also oben eine Zeile mit den Spaltennamen,
  • mindestens eine Spalte für die Bezeichnung und eine für den Preis,
  • am besten auch Artikelnummer, Einheit und, wenn es sie gibt, Preiseinheit und Rabattgruppe.

Zwischenüberschriften („Plissees Stoffgruppe 2“) und leere Zeilen stören dabei nicht, solange die Artikelzeilen einen Preis haben. Alte Excel-Dateien im Format .xls speicherst du vorher als .xlsx.

Warum dein Einkaufspreis die Grundlage ist

Der Materialpreis im Angebot ist nicht der Preis, den du beim Großhändler zahlst. Auf dein Material kommt ein Aufschlag: für Bestellen, Abholen, Lagern, Verschnitt, Gewährleistung und deinen Gewinn. Wie hoch der ist, entscheidest du. Er funktioniert aber nur, wenn die Zahl darunter stimmt.

Ein Rechenbeispiel mit runden Zahlen:

Betrag
Listenpreis des Großhändlers100,00 €
dein Rabatt (Rabattgruppe), 35 %− 35,00 €
dein Einkaufspreis65,00 €
dein Materialzuschlag, 15 %+ 9,75 €
Materialpreis im Angebot (netto)74,75 €

Rechnest du stattdessen vom Listenpreis aus, steht im Angebot 115,00 €, und du bist teurer als nötig. Rechnest du mit einem Einkaufspreis vom letzten Jahr, und der Preis ist inzwischen gestiegen, frisst die Erhöhung deinen Aufschlag auf.

Deine Arbeitszeit rechnest du davon getrennt, mit deinem Stundenverrechnungssatz, in dem Gemeinkosten und Gewinn schon stecken. Wie du den ermittelst, steht im Ratgeber zum Stundenverrechnungssatz.

Typische Fehler mit Preislisten

  • Die Preiseinheit übersehen. „8,95 €“ bei Schrauben heißt oft 8,95 € je 100 Stück, also knapp 9 Cent je Stück.
  • Mit dem Listenpreis kalkulieren, obwohl du einen Rabatt hast. Dann ist dein Angebot zu teuer.
  • Eine alte Liste weiterbenutzen. Wer seine Liste nur alle paar Jahre erneuert, rechnet mit Preisen, die es nicht mehr gibt.
  • Die Liste ungeprüft übernehmen. Ein Preis, der sich von einer Liste zur nächsten verdoppelt, ist manchmal eine neue Preiseinheit oder ein Tippfehler beim Lieferanten, kein echter Preissprung.
  • Die Liste weitergeben. Deine Einkaufskonditionen sind zwischen dir und deinem Großhändler vereinbart und oft vertraulich. Sie gehören nicht in eine geteilte Excel-Datei mit anderen Betrieben.

So geht es in Angebotsmeister

Angebotsmeister ist die Angebotssoftware, die du einsprichst. Seit Ende Oktober 2026 kannst du dort auch die Preislisten deiner Lieferanten einlesen, ab dem Geselle-Plan. Sie landen unter Materialpreise: in der App unter Mehr → Materialpreise, im Browser unter Einstellungen → Materialpreise.

  1. Preisliste hochladen: DATANORM (Version 4 und 5, mehrere Dateien einer Lieferung nacheinander oder als eine ZIP-Datei, mit Preisänderungen und Rabattgruppen), Excel (.xlsx) oder CSV. Dazu wählst du den Lieferanten, bei DATANORM erkennt Angebotsmeister ihn aus der Datei.
  2. Lesen lassen: Die Liste wird im Hintergrund gelesen und mit dem verglichen, was du von diesem Lieferanten schon hast. Bei großen Listen dauert das ein paar Minuten; du kannst die App solange verlassen.
  3. Prüfen: Die Zeilen sind sortiert in Neu, Geändert (mit altem und neuem Preis, Preissprünge ab 30 % markiert), Mögliche Duplikate (mit der Ähnlichkeit in Prozent), Nicht nutzbar (zum Beispiel ohne Preis, korrigierbar), Nicht mehr in der Liste (nur bei einer vollständigen DATANORM-Lieferung, vorgewählt ist Behalten) und Unverändert. Jede Zeile kannst du korrigieren, übernehmen oder überspringen, oder einen ganzen Bereich auf einmal.
  4. Übernehmen: Erst jetzt wird etwas in deine Materialpreise geschrieben. Mit Verwerfen bleibt alles, wie es war.

Danach suchst du jeden Artikel nach Bezeichnung oder Artikelnummer und siehst deinen Einkaufspreis je Einheit. Fehlt in der Liste ein Nettopreis, rechnet Angebotsmeister den Listenpreis minus deinen Rabatt, den du je Lieferant oder je Rabattgruppe einträgst. Artikel von Lieferanten ohne Preisliste legst du von Hand an. Die Preise sieht nur dein Betrieb, nichts davon wird mit anderen Betrieben geteilt.

Was es noch nicht kann: Beim Erstellen eines Angebots nutzt Angebotsmeister die Materialpreise noch nicht für die Preisvorschläge; die kommen weiter aus deinen bisherigen Angeboten und deiner Kalkulation. Das ist der nächste geplante Schritt. Bis dahin sind die Materialpreise dein Nachschlagewerk, auf der Baustelle am Handy genauso wie abends am Rechner. PDF-Preislisten und Fotos gedruckter Listen lassen sich ebenfalls noch nicht einlesen.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit allen Fehlermeldungen steht in der Hilfe unter Materialpreise.

Teste Angebotsmeister kostenlos: Angebote einsprechen, keine Kreditkarte. Die Materialpreise schaltest du mit dem Geselle-Plan dazu.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen DATANORM 4 und DATANORM 5?

Beide transportieren dieselben Inhalte: Artikel, Preise, Rabattgruppen, Preisänderungen. Version 5 ist neuer und ordnet die Felder anders an, zum Beispiel steht die EAN direkt am Artikel. Für dich als Betrieb ist meist egal, welche Version du bekommst, solange deine Software sie lesen kann. Angebotsmeister liest beide.

Muss ich alle Dateien einer DATANORM-Lieferung hochladen?

Für den vollständigen Katalog brauchst du die Artikeldatei (DATANORM.001 und folgende). Die Rabattdatei (DATANORM.RAB) bringt deine Rabattgruppen mit. Eine Preisänderungsdatei (DATPREIS) allein ändert nur Preise von Artikeln, die du schon hast. Am einfachsten lädst du alle Dateien einer Lieferung zusammen hoch, zum Beispiel als eine ZIP-Datei.

Ich bekomme keine DATANORM-Datei. Geht es auch ohne?

Ja. Eine Excel- oder CSV-Liste mit einer Überschriftenzeile, einer Spalte für die Bezeichnung und einer für den Preis reicht. Viele Großhändler können ihren Artikelstamm auch als Excel exportieren.

Wie hoch sollte mein Materialzuschlag sein?

Das hängt an deinem Gewerk, deinem Aufwand fürs Besorgen und Lagern und daran, wie viel Verschnitt anfällt. Eine feste Zahl, die für alle passt, gibt es nicht. Wichtig ist, dass du ihn auf deinen echten Einkaufspreis rechnest und nicht auf einen geschätzten. In Angebotsmeister stellst du ihn unter Preise & Kalkulation ein, siehe Kalkulation.

Sind meine Einkaufspreise bei Angebotsmeister sicher?

Deine Materialpreise sieht nur dein Betrieb, auch dein Team. Sie werden nicht mit anderen Betrieben geteilt und fließen nicht in deren Preisvorschläge ein. Die Daten liegen in der EU, Details in der Datenschutzerklärung.


Hilfreiche Guides: Stundenverrechnungssatz berechnen · Rechnungen an den Steuerberater übergeben

In der Hilfe: Materialpreise · Kalkulation & Preisgedächtnis

Daniel Winter

Daniel Winter

Gründer und Geschäftsführer

Gründer von Angebotsmeister. Hat davor Hygraph mitgegründet und dort von 2017 bis 2025 als CTO die Technik verantwortet. Hat sein eigenes Haus komplett renoviert, arbeitet viel mit Holz und kennt den Aufwand hinter einem Angebot daher aus der Werkstatt wie aus dem Code.

Einmal manuell. Dann nie wieder.

Diese Anleitung beschreibt eine halbe Stunde Arbeit. Mit Angebotsmeister sind es 30 Sekunden, jedes Mal.

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